Bilaterale Beziehungen zwischen Malawi und Deutschland
Stand: September 2002
Politische Beziehungen
Deutschland hat Anfang der 90er Jahre zusammen mit den anderen wichtigen Gebern durch ein Moratorium in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit, kritischen Dialog über Menschenrechte und Demokratisierung, politische Unterstützung der demokratischen Opposition sowie finanzielle und personelle Unterstützung des Demokratisierungsprozesses zum friedlichen Übergang Malawis von einem repressiven Einparteien-Regime zu einem an demokratischen Prinzipien ausgerichteten Mehrparteiensystem beigetragen. Die politischen Beziehungen sind von freundschaftlicher Verbundenheit geprägt. Der politische Dialog mit der Gastregierung und die entwicklungspolitische Zusammenarbeit sind Hauptelemente unserer bilateralen Beziehungen.
Wirtschaftsbeziehungen
Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Malawi verlaufen problemlos in eingespielten privatwirtschaftlichen Kanälen. Die deutsche Handelsbilanz gegenüber Malawi ist regelmäßig defizitär (Defizit 2001: 50 Mio. EUR). Malawi liefert vor allem Tabak nach Deutschland (malawische Gesamtexporte nach Deutschland 2001: 66,5 Mio. EUR) und bezieht hauptsächlich Elektroartikel, Kfz, Maschinen und Chemikalien aus Deutschland (malawischer Gesamtimport aus Deutschland 2001: 17,2 Mio. EUR).
Kern der Wirtschaftsbeziehungen ist die entwicklungspolitische Zusammenarbeit. Deutschland gewährt Malawi ausschliesslich "Grants". Die bisherigen bilateralen Leistungen belaufen sich auf über 0,51 Mrd. EUR (inklusive unseres Anteils an den Leistungen multilateraler Geber, darunter insb. auch Weltbank und Europäische Union, erhöhen sich die kumulierten deutschen Leistungen auf mehr als das Doppelte). Das bilaterale Jahresvolumen liegt derzeit bei über 15,34 Mio. EUR und deckt sowohl die Technische als auch die Finanzielle Zusammenarbeit ab. Für diese beiden Bereiche wie auch über die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) existieren Abkommen. Entwicklungshilfe leisten auch Kirchen, Baden-Württemberg, die Bundesanstalt für Geowissenschaft und Rohstoffe (BGR) und Nichtregierungsorganisationen.
Kulturelle Beziehungen
In Malawi sind weder Goethe-Institut Inter Nationes, noch andere deutsche Kultur-Mittlerorganisationen vertreten. Mit Kleinprojekten, der Vermittlung von Stipendien und der Abhaltung von Deutschsprachkursen pflegt die Botschaft die bilateralen kulturellen Beziehungen. Einen erheblichen kulturellen Beitrag leisten deutsche Entwicklungshilfeprojekte im malawischen Erziehungs- und Ausbildungssystem. Deutsche Dozenten lehren an der Universität Zomba. Die politischen Stiftungen (teilweise mit Sitz in Nachbarländern) betreuen Malawi im Rahmen von Landes- und Regionalprojekten, teilweise in Zusammenarbeit mit Programmen der Europäischen Union sowie der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). Seit vielen Jahren betreibt ein Wissenschaftler-Team (Paläoanthropologen) unter deutscher Leitung Hominidenforschung in Malawi und arbeitet, darauf aufbauend, an der Fertigstellung des "Cultural and Museum Centre Karonga" im Norden des Landes.
Quelle:
http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=101
